750 Jahre Liebenberg – Rares Filmmaterial aus DDR-Zeit wieder aufgeführt

Wirkungsfeld

750 Jahre Liebenberg – Rares Filmmaterial aus DDR-Zeit wieder aufgeführt

Die DKB STIFTUNG pflegt in Liebenberg 750 Jahre Kulturerbe. 2017 wurde in Liebenberg Ortsjubiläum gefeiert. Dafür wurde seltenes Filmmaterial aus der DDR-Zeit aufgearbeitet.

Eingebettet in eine hügelige Landschaft, umgeben von Seen und Wäldern, blickt das beschauliche, circa 50 Km nördlich von Berlin gelegene, Örtchen Liebenberg auf eine lange und bewegte Geschichte, von zum Teil nationaler Bedeutung zurück. Vor 750 Jahren im Jahr 1267 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, war Liebenberg zunächst Tauschobjekt zwischen dem Markgrafen Otto IV. und Joannes II. von Brandenburg und dem Bischof Heinrich von Brandenburg. Die Besiedlung des Ortes geschah wahrscheinlich schon mehrere Generationen vorher. Im Spätmittelalter geschah aufgrund der reichlich sumpfigen und daher unfruchtbaren Umgebung Liebenbergs lange Zeit nur wenig am Ort. Längere Phasen der Entvölkerung und des Niedergangs endeten erst im 17. Jahrhundert, als die adelige Familie Hertefeld das Ländchen übernahm und die Gegend mit weitreichenden Kenntnissen in der Entwässerung rundherum urbar machte. Seitdem prosperierte der Herrensitz und hatte insbesondere unter der Herrschaft der Familie von Eulenburg eine Reihe von bekannten Gästen. Ende des 19. Jahrhunderts zum Beispiel den Schriftsteller Theodor Fontane. Wenig später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, entspann sich, in Zusammenhang mit dem wohl prominentesten Gast, dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. und dessen Gastgeber in Liebenberg, Phillip Fürst zu Eulenburg einer der größten politisch-gesellschaftlichen Skandale des Deutschen Kaiserreichs rund um strikte Moral und reaktionäre Politik. Als DKB STIFTUNG haben wir es uns zur Aufgabe gemacht die uns anvertrauten großen und kleinen Kulturgüter von Schloss & Gut Liebenberg und die Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit, zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So unterstützen wir auch lokale Initiativen, die an uns herangetragen werden. 2017, im Jahr des 750-jährigen Ortsjubiläums, halfen wir ein Stück der jüngsten Geschichte Liebenbergs wieder in das Gedächtnis der heutigen Bevölkerung zu holen. Mit unserer Unterstützung wurde rares historisches Filmmaterial, aus der Zeit als das Gut der SED-Parteihochschule „Karl Marx“ zur Versorgung diente sichergestellt und wieder aufgeführt. Die in Privatbesitz befindlichen Schmalfilme, die das Leben, die Arbeit und den Zeitvertreib auf Schloss & Gut Liebenberg während der DDR-Zeit zeigen, wurden digitalisiert und konnten dann durch die Mithilfe der engagierten Bevölkerung, im Rahmen der Feierlichkeiten zum Ortsjubiläum zur Aufführung gebracht werden. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die noch heute im Dorf leben, sahen zur 750-Jahrfeier ihre eigene Vergangenheit im Film wieder. Die Zeit zwischen 1948 bis 1990, als sich Liebenberg im Besitz der SED befand, ist noch kaum erforscht. Mit den lange unzugänglichen Schmalfilmen wurde ein erster Schritt getan, diesen bedeutenden Zeitabschnitt als Gut Liebenberg ein hochproduktiver Landwirtschaftsstandort war, wieder in das Bewusstsein der Gegenwart zu rücken. Die DDR-Vergangenheit von Schloss & Gut Liebenberg wird auch künftig  weiter zugänglich gemacht und damit in der Identität des Ortes und in der jüngsten Geschichte seinen Platz finden. Bereits begonnen hat die  Bergung und Sichtung von historischen Dokumenten zum Gutsbetrieb aus der DDR-Zeit. Sie möchten uns dabei unterstützen die Geschichte rund um Schloss & Gut Liebenberg wieder zugänglich zu machen? Schreiben Sie uns. Kontakt: Dr. Thomas Steller, Leitung Bildung und Museum thomas.steller@dkb-stiftung.de, Tel.: 033094/700256  

Weitere

Projekte

Vielfalt ist einfach

Warum sind Inklusionsunternehmen so wichtig?  Vielfalt bedeutet für uns Teilhabe. In unserem Inklusionsunternehmen auf Schloss & Gut Liebenberg erfüllt jeder einzelne Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin wichtige Aufgaben, die zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Zugehörigkeit und Wertschätzung für die eigene Arbeit sind bei uns selbstverständlich. Auch wir als Stiftung wollen diese positiven Erfahrungen weitergeben. Wir denken jedes Konzept inklusiv und achten darauf, dass unsere Projekte möglichst vielen offenstehen. Weil wir wollen, dass die Gesellschaft ohne Barrieren funktioniert, gehen wir voran und zeigen, dass es geht.

Project Possibility: Unsere Auszubildenden als Vielfalt-Botschafter   Auch unsere Auszubildenden sollen ihr Berufsleben von Anfang an unter dem Stichwort Vielfalt verstehen. Deshalb haben wir sie im vergangenen Jahr beim „Charta der Vielfalt“-Workshop angemeldet. Als sie zurückkamen, hatten sie Project Possibility in der Tasche, mit dem sie die Vielfalt in unserem Unternehmen fördern wollen. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen an Gebärdensprache- Kursen teilnehmen können. So wollen wir den Austausch zwischen unseren hörenden und gehörlosen oder gehörgeschädigten Mitarbeitern erleichtern. Das Arbeiten funktioniert auch ohne Gebärdensprache. Es gibt aber sicher viel voneinander zu lernen. Unsere Auszubildenden haben mit Project Possibility einen Anfang gemacht.

WAS IST EIN INKLUSIONUNTERNEHMEN?


Inklusionsunternehmen sind Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes und nehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen am allgemeinen Wettbewerb teil. Sie sind in erster Linie Unternehmen, erfüllen aber einen zusätzlichen Auftrag, indem sie sich verpflichten, mindestens 30 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen nach § 215 SGB IX zu besetzen. Sie ermöglichen also inklusive und gleichberechtigte Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt.
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Online-Kurs in abstrakter Kunst

Die meisten kennen das Gefühl vom letzten Besuch im Museum für moderne Kunst: Sieht spannend aus, aber wie soll man die Kunstwerke verstehen? Abstrakte Kunst ist vielschichtig und auf den ersten Blick schwer zugänglich. Die DKB STIFTUNG für gesellschaftliches Engagement hat mit der Ausstellung #KunstKenner Abstrakte Kunst wird endlich verständlich einen digitalen Rundgang durch die Welt der abstrakten Kunst gestaltet – inklusive Methoden für einen persönlichen Zugang zu moderner Kunst. Was ist „abstrakt“? Wie sieht ein formaler Bildaufbau eines abstrakten Werkes aus? Und was stellt abstrakte Kunst eigentlich dar? Die Antworten gibt es hier:

>>Hier geht's zu digitalen Tutorial<<



Hintergrund: Das Projekt #KunstKenner   Von Dezember 2018 bis Februar 2019 besuchten Schülerinnen und Schüler des Strittmatter Gymnasiums Gransee Künstlerinnen und Künstler aus der Kunstförderung der DKB STIFTUNG für gesellschaftliches Engagement in ihren Ateliers und interviewten sie zu Arbeitsweisen, angewandten Maltechniken, Lebensläufen und Bildinterpretationen. Die Schüler stellten eigenständig Fragen und hielten das Erlebte in Dokumentationsheften, Fotos und Videos fest. Während der Atelierbesuche und des Kunstunterrichts erarbeiteten die Jugendlichen eigene Kunstwerke, die die Maltechniken der Künstlerinnen und Künstler anwendeten. In wissenschaftlichen Arbeiten erläuterten sie ihr Vorgehen, reflektierten das Erlebte, interpretierten die Werke der Kunstschaffenden und gaben den entstandenen praktischen Arbeiten ein theoretisches Fundament. Die in dem zweijährigen Seminarkurs entstandenen Ergebnisse - Texte, Arbeiten und Kunstwerke - wurden bewertet und flossen in die Abiturnote ein.

Die digitale Ausstellung #KunstKenner – Abstrakte Kunst wird endlich verständlich nimmt die Besucher mit auf eine Erkundungstour zu abstrakter Kunst. Anhand der Kunst von Iris Band, Ute Laux, Rando Geschewski und Daniel Sambo-Richter und der Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit «ihren» Künstlern entfaltet sich ein Zugang für das Verständnis von abstrakter Kunst. Die Künstlerinnen und Künstler, die den Jugendlichen als Gesprächspartner und Lehrer zur Verfügung standen, sind ehemalige Stipendiaten aus der Künstlerförderung der DKB STIFTUNG.  Sie gaben den Schülerinnen und Schülern Interviews und ermöglichten durch Atelierbesuche einen direkten Einblick in das Leben und Arbeiten eines Künstlers.
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Liebenberg nach dem Mauerfall

DKB STIFTUNG zeigt die Fotografie-Ausstellung „Nach dem Mauerfall. Daniel Biskup. Fotografien 1990–1995“ und ruft die Bewohner aus der Region um Liebenberg gleichzeitig zum Mitmachen auf. Wie sah es in Liebenberg und Umgebung in der in der Zeit nach dem Mauerfall aus?

An den Jubel und die Freudentränen zum 3. Oktober 1990 erinnern sich viele Menschen aus den neuen Bundesländern noch sehr gut. Aber wie sah es abseits der Feierlichkeiten aus, als die erste Euphorie verflogen war?

Der Fotograf Daniel Biskup zeigt genau das. Er bereiste Anfang der 1990er Jahre den Osten Deutschlands und dokumentierte Menschen, Dörfer und Städte im Spiegel der Umbruchszeit nach dem Mauerfall. Seine Fotografien zeigen ungeschminkt Alltagsszenen, die durchaus gemischte Gefühle auslösen.

Daniel Biskup gehört zu den bedeutendsten deutschen Fotojournalisten und Dokumentarfotografen der heutigen Zeit. Mit seinen Bildern zur deutschen Wiedervereinigung gelang ihm 1989/1990 der Durchbruch als Fotograf. Mit ihnen zeichnet er ein eindrucksvolles Stimmungsbild der ersten Jahre nach dem Fall der Mauer im Osten Deutschlands. Jahre riesiger politischer und wirtschaftlicher Umwälzungen, die die Gesellschaft ins Mark trafen. Nach fast 30 Jahren ist der Blick auf diese historische Umbruchszeit auch eine Auseinandersetzung mit den Problemen der Gegenwart.

Liebenberg und Umgebung in den Nachwendejahren

Teil der Ausstellung wird auch das Beteiligungsprojekt der DKB STIFTUNG sein. Die Bewohner aus Liebenberg und Umgebung können sich mit ihren in Bildern festgehaltenen Eindrücken und Erlebnissen der 1990er Jahren in die Ausstellung einbringen. Die DKB STIFTUNG für gesellschaftliches Engagement möchte damit Wissen über die Vergangenheit und die geschichtlichen Zusammenhänge vermitteln, Identität stiften und damit die Weichen für die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft stellen.

Die Fotografie-Ausstellung ist vom 18. Juli – 13. September 2020 im Atelier im Kutscherhaus auf Schloss & Gut Liebenberg zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 – 18 Uhr. Der Eintritt frei.

Sie kommen aus Liebenberg und Umgebung? Werden Sie Teil der Ausstellung und zeigen Sie uns Ihre Erinnerungen. Senden Sie uns Ihre Fotografien an museum@dkb-stiftung.de oder bringen Sie sie einfach mit.  
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„Am Frieden krank oder Wege in die Demokratie“ Themenherbst auf Schloss & Gut Liebenberg

Am Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 wird auf Schloss & Gut Liebenberg feierlich der Themenherbst mit dem Titel „Am Frieden krank oder Wege in die Demokratie“ eröffnet. Anlässlich des 100. Jahrestages des Endes des ersten Weltkriegs am 11. November und den aktuellen Konfliktlagen in Deutschland und der Welt beschäftigen wir uns in den Veranstaltungen des Themenherbstes mit dem Titel „Am Frieden krank oder Wege in die Demokratie“ mit den Fragen, welche Möglichkeiten es für den Umgang mit kriegerischen Auseinandersetzungen gibt und was perspektivisch für einen Neuanfang und den Frieden danach benötigt wird. Eine Ausstellung zum Reichbanner, verschiedene Filmvorführungen und Gespräche zeigen, welche Wege zu unterschiedlichen Zeiten begangen wurden, um Frieden und Demokratie zu stärken. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern werden Veranstaltungen zur Erinnerung und zur historisch-politischen Bildung durchgeführt. Schloss & Gut Liebenberg, das lange Zeit auch für preußische Tugenden und wenig gesellschaftliche Teilhabe stand, wird damit zu einem Forum für zivilgesellschaftliche Auseinandersetzungen mit Geschichte und Gegenwart. Am 9. September, am Tag des offenen Denkmals, laden wir zu einer ganz besonderen Entdeckungsreise in die Geschichte ein. In der Sommergalerie präsentiert sich für nur einen Tag ein seltener Kunstschatz in Originalgröße - das 5x3 Meter große Mosaik der Alexanderschlacht, gefunden 1831 in Pompeji. Die Mosaikkopie auf Fayencefliesen stammt vermutlich aus der Keramikmanufaktur Giustiniani bei Neapel. Sie traf, zusammen mit der von König Friedrich Wilhelm IV für die Römischen Bäder in Potsdam bestellten Kopie, etwa Ende 1843 in Liebenberg ein. Die beeindruckende farbige Nachbildung des antiken Mosaikwandbildes ist ein Beispiel dafür wie im Preußen des 19. Jahrhunderts antike Helden und heroische Tugenden verehrt wurden. Die Schloss- und Gutsanlagen Liebenbergs laden zudem mit einem vielfältigen Programm ganztägig zur Erkundung ein. Geöffnet sind die Ausstellung zur Schloss- und Gutsgeschichte im Inspektorenhaus, die Feldsteinkirche, der Schlosspark und die Libertaskapelle im Schloss, mit der Ausstellung zu Libertas Schulze-Boysen und der Roten Kapelle, sowie die Ausstellungsscheune auf dem Gutshof mit einer Präsentation zu historischer Landtechnik. Mit unseren Aktivitäten fördern wir gezielt die Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des kulturellen Erbes seiner denkmalgeschützten Liegenschaften. Diese sollen als lebendige Denkmale für deren Bedeutung sensibilisieren, historisches Wissen vermitteln und Möglichkeiten zur Identitätsbildung und Orientierung zur Verfügung stellen.  
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