Das Objekt des Monats Februar aus der Sammlung des Liebenberger Museums

Wirkungsfeld

Das Objekt des Monats Februar aus der Sammlung des Liebenberger Museums

An dieser Stelle wollen wir ab jetzt monatlich immer anhand eines besonders interessanten Objekts Einblicke in die vielfältige Geschichte von Schloss & Gut Liebenberg geben. Unser kulturelles Erbe verrät nicht nur viel über die Geschichte Liebenbergs, sondern auch über die Region und darüber hinaus – was hier geschah, hatte Auswirkungen weit über die Grenzen von Schloss & Gut Liebenberg. Mit der Sammlungsarbeit tragen wir unseren Teil dazu bei, die historischen Erinnerungen zu heben und zu erforschen. Und spannend ist die Arbeit rund um das Liebenberger Museum nebenbei auch noch!

Schöner sitzen – Der Klavierhocker des Botho Sigwart zu Eulenburg



Zarte Klavierklänge perlen durch den Raum aus dem großen Bechstein-Flügel, vor dem der junge Pianist auf einem zierlichen Klavierhocker sitzt. Nah neben ihm steht seine schöne junge Frau, die mit heller Sopranstimme nun zu zurückhaltendem Gesang anhebt. Die vielen Umstehenden in den feinen Roben stehen längst still und lauschen andächtig und ergriffen. Eine Szene, wie sie sich im großen Schlossaal von Schloss & Gut Liebenberg Anfang des 20. Jahrhunderts zu Zeiten des Fürsten Eulenburg wohl öfters zugetragen haben mag. Dann, wenn dessen Sohn Sigwart zu Eulenburg, gerade Mitte zwanzig, und seine Frau, die Kammersängerin Helene Stegemann, sich zu abendlichen kleinen Darbietungen im illustren Kreis zusammenfanden.

Zugegeben, der Klavierhocker aus der Liebenberg Museumssammlung ist etwas in die Jahre gekommen. Das abgewetzte helle Zierband und die bestoßene Sitzfläche aus grünem Samt zeigen Spuren jahrzehntelanger Nutzung. Und trotzdem lässt der dreibeinige Drehhocker aus massivem, gebeiztem und verziertem Hartholz noch immer erahnen, in welch edler Umgebung er einst als Sitzmöbel vor dem Klavier gedient haben mag.

Aus welcher Zeit er genau stammt lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen, doch ist er stilistisch wahrscheinlich dem Ende des 19. oder dem Beginn des 20. Jahrhunderts zuzuordnen. Damals, um die Jahrhundertwende, avancierte Liebenberg zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in der Mark Brandenburg. Der Schlossherr Fürst Phillip zu Eulenburg und Hertefeld (1847-1921), enger Freund und Berater des letzten Deutschen Kaisers, beherbergte im neu ausgebauten Schlossaal illustre Runden mit hochgestellten Personen aus Politik, kaiserlicher Hofgesellschaft und Hocharistokratie. Auch Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) war häufiger Gast. Musikalische Darbietungen gehörten zum guten Ton und zeichneten diesen märkischen Landsitz vor anderen Herrenhäusern in Brandenburg aus.




In dieser Zeit um die Jahrhundertwende wird auch Botho Sigwart zu Eulenburg (1884-1915), zweiter Sohn des Fürsten und wie dieser musisch veranlagt, sein musikalisches Debüt an der Orgel oder am Klavier in Liebenberg gehabt haben. Der früh begabte junge Musiker erhielt seine musikalische Ausbildung in Wien, München, Leipzig und Dresden. Und doch kehrte er immer wieder ins väterliche Schloss nach Liebenberg zurück, um sich dort, im eigens für ihn als Wohnort hergerichteten, etwas abseits im Park gelegenen Lindenhaus, seinen eigenen Kompositionen zu widmen. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass der hoffungsvolle Komponist von Liedern, Konzerten, Orgelstücken Anfang des 20. Jahrhunderts diesen Klavierhocker benutzte, um zu üben, zu komponieren oder eben der High Society des Deutschen Kaiserhofs vorzuspielen.  

Sigwart kam als Offizier im ersten Weltkrieg mit 31 Jahren ums Leben. Die Uraufführung seiner einzigen Oper „Die Lieder des Euripides“ erlebte er nicht mehr, sie fand im Herbst 1915 am Hoftheater Stuttgart statt. Sigwarts sterbliche Überreste wurden im elterlichen Park in Liebenberg unter seiner Lieblingseiche beigesetzt. Die Grabstelle, mit einem schlichten Kreuz versehen, kann dort noch heute besucht werden.



Besuchen Sie auch die Seite der Museumsdatenbank museum-digital.de! Hier werde wir nach und nach Teile der Liebenberg Sammlung online stellen und damit unseren Beitrag zur Vermittlung der reichen Brandenburger Geschichte einem weiteren Publikum verfügbar machen. Hier geht’s zu unserem aktuellen Objekt des Monats Januar, dem Klavierhocker von Sigwart: Museum Digital.

 

Die Bilder in den Impressionen zeigen: der Klavierhocker des Botho Sigwart zu Eulenburg, den Schlosssaal von Liebenberg um 1900, Botho Sigwart zu Eulenburg, das Lindenhaus im Schlosspark um 1915.

Impressionen

Weitere

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Malerei der 1000 Teile

Gemälde die schillern wie lebendige Mosaike aus Licht und Farbe. Wirklichkeit die in „tausend Teile“ zerbrochen und neu komponiert wurde. Die Künstlerin Iris Band spielt in ihren Werken mit Formen, Farben, Ornamenten und Strukturen und fordert so die Wahrnehmungsroutine der Betrachter*innen heraus.

Anlässlich ihres 60. Geburtstages widmet die DKB STIFTUNG Iris Band die Retrospektive „Malerei der 1000 Teile“.

Die in Meißen geborene Künstlerin studierte an der an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein, heutige Hochschule für Kunst und Design in den Fachbereichen Emaillegestaltung und Malerei. Von 1996 bis 2004 wurde sie durch die DKB Kunstförderung mit Ausstellungen und Ankäufen ihrer Kunstwerke unterstützt.

Die DKB Kunstförderung – 14 Künstler*innen auf dem Weg zum eigenen Stil

Nach der Wiedervereinigung 1990 rief die Deutsche Kreditbank (DKB) mit der Gründung ihrer Standorte in den neuen Bundesländern die DKB Kunstförderung als langfristiges künstlerisches Förderprogramm ins Leben. Um die Kultur vor Ort zu stärken und mit den Menschen vor Ort in den Dialog zu gehen, förderte sie langfristig vierzehn Künstler*innen aus den Regionen ihrer Standorte.
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Musikfest Liebenberg 2021 – 21.-22. August

Lassen Sie sich begeistern! Exzellente Musiker*innen, eine spannende Musikauswahl und ein außergewöhnliches Ambiente - beim Musikfest Liebenberg wird Klassische Musik zu einem sinnlichen Erlebnis.
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Gewusst WIE — spannende Lern- und Erfahrungsräume gestalten

Einen Tag im Zeichen nachhaltiger Tierhaltung konnten die pädagogischen Fachkräfte der Goethe-Oberschule in Kremmen im Mai 2021 hautnah auf dem Gutsbetrieb der DKB STIFTUNG auf Schloss & Gut Liebenberg erleben. Das Team besuchte das Gut, um am Beispiel der Schafhaltung mehr über biologische Landwirtschaft und nachhaltige Betriebskreisläufe zu erfahren. Nach der Begrüßung durch die Leiterin unseres Gutsbereichs Julia Dollinger übernahm Annette Müller-Klemm die inhaltliche Einführung in die Thematik. Mit großem Interesse konnten die Gäste dann die Schur unserer Merinoschafe beobachten. Nach einem Gang zu unserem Hühnermobil, das ein artgerechtes Zuhause für unsere Legehennen bietet, konnten die Teilnehmer*innen selbst Hand anlegen: Mit Katrin Ratzewitz führte das engagierte Pädagog*innenteam verschiedene Bearbeitungsschritte durch, um das frisch gewonnenen Vlies zu Wolle weiter zu verarbeiten.

Ein besonderes Augenmerk der Fortbildung lag jedoch nicht nur im inhaltlichen Input, sondern auch in den Methoden, wie landwirtschaftliche Themen ganzheitlich an Schüler*innen vermittelt werden kann. Dafür waren die Kenntnisse und Erfahrungen der Bauernhofpädagogin Annette Müller-Klemm besonders zielführend. Diese Art des Formates, die Pädagog*innen zu schulen, um so eine größere Reichweite zu erlangen, hat sich, neben den Angeboten für einzelne Schulklassen, bewährt und wird von der DKB STIFTUNG weiter fortgeführt werden.

Denn, spannende Lern- und Erfahrungsräume schaffen, die einen Einblick in nachhaltige Landwirtschaft und einen natürlichen Umgang mit Tieren und Pflanzen ermöglichen — mit der Schulung von Pädagog*innen möchte die DKB STIFTUNG dazu beitragen, die Themen Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Klima- und Gewässerschutz, Gesunde Ernährung und Erhalt und Schaffung von Biodiversität einem breiten Teilnehmer*innenkreis zugänglich zu machen.
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Verborgene Orte rund um das Schloss Liebenberg

Liebe Gäste! Liebenberg ist voller Geheimnisse und interessanter Geschichten! Da wir Sie nicht persönlich zu einer Führung in Liebenberg begrüßen können, laden wir Sie zu einem digitalen oder privaten Besuch ein. Diese Online-Führung stellt Ihnen einige spannende aber eher verborgene Orte und Geschichten rund um das Schloss und Gut Liebenberg vor. Bislang unveröffentlichte Fotos und viele geschichtliche Informationen geben Ihnen einen Einblick in das vergangene Leben auf dem Schloss und Gut. Wir wünschen Ihnen viel Freude in Liebenberg!

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