MUSIKFEST LIEBENBERG 2019 – Ein weites Feld

Wirkungsfeld

MUSIKFEST LIEBENBERG 2019 – Ein weites Feld

KLASSIK TRIFFT MODERNE LITERATUR 

Fontane, Frauen & Musik
überraschend • begeisternd • anders – auch 2019 steht das Musikfest Liebenberg wieder für exzellente Musiker, eine spannende Musikauswahl, ein umfangreiches Rahmenprogramm und nicht zuletzt für ein außergewöhnliches Ambiente und Veranstaltungen mit rustikalem Flair vor Schlosskulisse.

Das Musikfest Liebenberg ist anders – klassische Musik wird hier zu einem sinnlichen Erlebnis: An ungewohnten Orten wie Scheunen, im Park oder der Feldsteinkirche können Sie die Musik spüren, beim Wandelkonzert das Gehörte mit der Schönheit der Natur verbinden und in der Klanginsel ist hinlegen ausdrücklich erwünscht! Wir haben keinen Dresscode, denn beim Musikfest Liebenberg steht die Musik im Vordergrund. Kommen Sie und lassen Sie sich von Musik und Literatur begeistern!

Starke Frauen, Johann Sebastian Bach, Gustav Mahler, Schlagzeug, Cembalo, Virginia Woolf und viele mehr zum Hören sowie Rolf Hochhuth, Robert Rauh, Sonja Eismann und weiter live vor Ort!

Preise
Das erste Konzert kostet 15 Euro, jedes weitere 5 Euro. Für Studierende und Auszubildende kostet jedes erste Konzert 10 Euro, jedes weitere 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Entritt frei.

Adresse
Schloss & Gut Liebenberg, Parkweg 1a, 16775 Löwenberger Land / Liebenberg. 

Anreise
Mit dem Zug: RE5 von Berlin Gesundbrunnen Richtung Stralsund Hbf / RB54 von Berlin Gesundbrunnen Richtung Rheinsberg Bahnhof / RE12 von Berlin Ostkreuz Richtung Templin => bis Löwenberg (Mark) Bahnhof => weiter mit dem Bus nach Liebenberg Parkweg oder Liebenberg Bergsdorfer Straße. Bitte rufen Sie für die Busverbindung von Löwenberg (Mark) Bahnhof nach Liebenberg Parkweg oder Bergsdorfer Straße den Rufbus unter 03306/2307.

Kontakt
Bei Fragen melden Sie sich gern bei Ulrike Eichentopf, Leiterin Kunst & Kultur. Telefonisch unter 033094/700 446 oder per Mail ulrike.eichentopf@dkb-stiftung.de.

 

Tickets gibt es hier!

Eine Veranstaltung der DKB STIFTUNG für gesellschaftliches Engagement und PODIUM Esslingen.

Die Programmübersicht zum Download gibt es hier.

Den Lageplan zum Download gibt es hier.

KONZERTE

Samstag, 24. August 2019
16 Uhr, Musikalische Diskussion „Prolog: Effi heute“
In dieser musikalischen Diskussion sprechen die Mitbegründerin des Missy Magazine, Sonja Eismann  (Magazin für Pop, Politik und Feminismus) und Julia Korbik, feministische Autorin, über Geschlechterrollen und Geschlechtergerechtigkeit. Wie stand es um die Rolle der Frau zur Zeit Fontanes und wie sieht es heute aus? Musikalische Interventionen: Diamanda La Berge Dramm
Ort: Atelier | barrierefrei
Besetzung: Violine, Schlagwerk & Gesang
Einlass: 15.45 Uhr | 75min.
Eintritt frei
 
19 Uhr, Konzert „frei und allein“
Diese berührende musikalische Erzählung von Freiheit, Liebe und Sehnsucht verspricht ein besonderes Konzerterlebnis: Robert Schumanns berühmter Liedzyklus Dichterliebe wird ebenso zu erleben sein wie barocke Vokalmusik aus dem 17. Jahrhundert, die nicht zufällig von einer Frau, einer Pionierin ihrer Zeit stammt: von Barbara Strozzi, einer der frühesten Komponistinnen der Musikgeschichte aus Venedig. Kombiniert wird die Musik mit Auszügen aus Virginia Woolfs Essay „Ein Zimmer für sich allein” (1928), einem Schlüsselwerk der frühen Frauenbewegung und ein starkes Plädoyer für die Freiheit und Eigenständigkeit der Frau.
Ort: Musikscheune | barrierefrei
Einlass: 18.45 Uhr | 80 min.
Eintritt 15 /10 / 5 Euro
Tickets
 
Sonntag, 25. August 2019
13.30 Uhr, Familienkonzert „Rebel Girls“, für Kinder von 5-10 Jahren
In allen Ländern und zu allen Zeiten gab es Frauen, die als neugierige Entdeckerinnen, als kluge Forscherinnen oder kreative Genies Vorreiterinnen waren. Diese inspirierenden Geschichten über außergewöhnliche Frauen machen Mut, an eigene Träume zu glauben – und sie begeistern in diesem Familienkonzert zusammen mit ganz unterschiedlichen musikalischen Werken zeitgenössischer Frauen. Mit Liegewiese, Platz zum Ausstrecken und Hinlegen!
Ort: Schloss-Saal| barrierefrei
Einlass: 13.15 Uhr | 50 min
Preis: 15 / 10 / 5 Euro
Tickets
14 – 16 Uhr, Wandelkonzert „Der Garten“
Musiksets à 15 min an vier Standpunkten gleichzeitig (eigenständiger Rundgang) | Schlosspark, Teich, Wald und Rosenburg | beginnend jeweils 14.00 Uhr | 14.30 Uhr | 15.00 Uhr | 15.30 Uhr Effis magischer Garten mit seinen symbolträchtigen Orten: das Rondell, die Schaukel, der Chinese und der Teich. Die weitläufige Parkanlage von Schloss & Gut Liebenberg bietet einen geradezu idealen Rahmen, um auf den Spuren Effis zu wandeln und den zauberhaften Orten nachzuspüren. Stimmungsvolle musikalische Interventionen an den einzelnen Stationen im Park bringen dem Publikum die Welt von Effi Briest auf sehr sinnliche Weise nahe.
Ort: Park von Schloss & Gut Liebenberg
Besetzung: mehrere Ensembles, Solo-Instrumente und Schauspieler
Eintritt frei
15 Uhr, Konzert „Ein weiter Klang“
Das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Begrenzung wird bei diesem Nachmittagskonzert in der Liebenberger Feldsteinkirche musikalisch auf sehr besondere Weise hörbar sein. Militärisch anmutende Trommelmusik und rhythmische Schlagzeugstücke treffen auf sehnsuchtsvolle Volkslieder und barocke Cembalomusik zwischen strengen Formen und freiem Fantasieren hin und her pendelt. In diesem ungewöhnlichen Konzert wird die reizende Liebenberger Feldsteinkirche zu einem einzigen Klangraum. Hinweis: das Konzert lässt sich mit dem ersten Teil des Wandelkonzertes verbinden.
Ort: Feldsteinkirche
Besetzung: Cembalo, Schlagzeug
Einlass: 14.45 Uhr | 60 min
Eintritt: 15 / 10 / 5 Euro
Tickets
17 Uhr, Konzert „Effi Briest Passion“
Die Leidensgeschichte Effis als berührende Passion. Zusammengestellt aus Textfragmenten des Romans und der eindringlichen Musik u.a. von Joh. Seb. Bach, Julia Wolfe und Gustav Mahler wird das Versprechen, die Liebe, das Leid und die Erlösung der Effi Briest im Fontanejahr zum Abschluss des Musikfest Liebenberg musikalisch erlebbar sein.
Ort: Musikscheune | barrierefrei
Besetzung: Klavierquartett, Schlagwerk, Barockensemble (alle Musiker)
Einlass: 16.45 Uhr | 80 min.
Eintritt: 15 / 10 / 5 Euro
Tickets
ab 11 Uhr, Klang- und Hörspielinsel
Ort: Schlosspark | barrierefrei
Zeiten: Sa 15-19 Uhr / So 11-18 Uhr
Eintritt frei
Nach Konzerten und Lesungen kann man in der Klang- und Hörspiel-Insel seine Seele baumeln lassen. Die 360°-Klanginstallation bietet mit Liegestühlen, Picknickdecken und Strohballen Gelegenheit, fantastischen Klängen und Hörbüchern zu lauschen. Die Hörspiele greifen dabei Themen des Zusammenlebens von Mann und Frau als auch des gesellschaftlichen Miteinanders auf.
 

Hier Plätze sichern – Ticket reservieren!


Die Musikerinnen und Musiker Martin Klett (Klavier), Elina Albach (Cembalo), Diamanda La Berge Dramm, Johanna Ruppert (Violinen), Friedemann Slenczka (Viola), Simone Drescher (Violoncello), Romina Lischka (Gambe), Philipp Lamprecht (Schlagwerk), Benedikt Kristjánsson (Tenor), Thomas Halle (Sprecher)    
 

RAHMENPROGRAMM

Eintritt frei zum kompletten Rahmenprogramm. 

Was hätte Fontane geschrieben, wäre er im 21. Jahrhundert geboren? Ein spannender Blick in die aktuelle Literaturszene mit Autorenlesungen, Peotry Slam, Mitmachaktionen und vielem mehr.    
Samstag, 24. August 2019
15.30-15.50 Uhr und 18-18.20 Uhr, Poetry Slam mit Havel Slam
Live auf der Bühne: Havel Slam! Unter Einsatz von Körper und Stimme, mit Punchlines und Pointen, stellen Größen der Slamszene all jene Fragen, die sich im Raum zwischen Anderssein und Anpassung auftun. Mit dabei: Kirsten Fuchs ist Schriftstellerin (Die Titanic und Herr Berg; Eine Frau spürt so was nicht), Lesebühnenautorin und Kolumnistin Josefine Berkholz wurde in Durham, North Carolina geboren und schreibt Lyrik und Spoken-Word-Poesie Jacinta Nandi ist eine britische Autorin, Bloggerin und Kolumnistin Moderiert von Temye Tesfu / Havel Slam.
Ort: Schlosspark
Zeit 15.30-15.50 Uhr und 18.00-18.20 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
17.15-18.15 Uhr, Robert Rauh liest „Die zwei Leben der Elisabeth von Ardenne“
Unter dem Titel „Die zwei Leben der Elisabeth von Ardenne – Else ist nicht Effi“ liest der für seine Werke über Fontanes Frauen bekannte Autor Robert Rauh auf der Lesebühne des Musikfest Liebenberg. Fontane war zeitlebens fasziniert von Frauen, einigen hat er ein literarisches Denkmal gesetzt. Prominentestes Vorbild unter ihnen ist Elisabeth von Ardenne, die die Grundlage für Effi Briest lieferte. Robert Rauh ist an die Originalschauplätze gereist, um dem Schicksal dieser außergewöhnlichen Frau nachzuspüren.
Ort: Atelier
Zeit 17.15-18.15 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
Sonntag, 25. August 2019
15.30-16.30 Uhr, Rolf Hochhuth liest aus „Effis Nacht“
Der Dramatiker Rolf Hochhuth ist einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller. Über die Grenzen hinaus bekannt wurde er mit seinem literarischen Debüt ‚Der Stellvertreter‘ (1963) über die Rolle von Papst Pius XII. während des Nationalsozialismus. In ‚Effis Nacht‘ schildert er das Leben der Elisabeth Freifrau von Ardenne, dem Vorbild für Fontanes ‚Effi Briest‘.
Ort: Schloss-Saal
Zeit: 15.30-16.30 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
17-18 Uhr, Cornelius Pollmer liest aus „Heut ist irgendwie ein komischer Tag“
In seinem Buch schildert der Journalist und Autor Cornelius Pollmer die Erlebnisse während seiner ‚Wanderungen durch die Mark Brandenburg‘. Er sucht Orte und Landschaften Fontanes auf, spürt der Geschichte nach und berichtet über das Leben der Menschen heute – ein Country-Road-Movie auf den Spuren des Dichters.
Ort: Schloss-Saal
Zeit: 17-18 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
11-18 Uhr, Sensibilisierungsparcours und Brailleschrift-Workshop
Im Sensibilisierungsparcours sind Besucherinnen und Besucher eingeladen mit Hilfsmitteln wie Schlafmasken, Brillen, Blindenstöcken, Oropax und Lärmschutzkopfhörern das Sehen und/oder Hören für einen Moment zu verändern. Neben den Parcours können Verse von Effi Briest in Brailleschrift übersetzt werden.
Ort: Schlosspark
Zeit 11-18 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
16 Uhr, Illustration-Benefizauktion
In einer Benefiz-Auktion werden ausgewählte Zeichnungen des Künstlerinnenduos graphicrecording.cool, die während des Musikfest Liebenberg entstanden sind, versteigert. Alle Werke können in der ausstellung vor Ort besichtigt werden. Die Auktionseinnahmen werden einem guten Zweck gespendet. Mitmachen kann jeder!
Ort: Geschenkemanufaktur
Zeit 11-18 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
An beiden Tagen
Mitmach-Aktion „Gedichte selbst schreiben & Druckwerkstatt“
Unter fachkundiger Anleitung des „Haus der Poesie“ aus Berlin können Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Alters eigene Gedichte zu Romanschwerpunkten von Effi Briest schreiben. Einzelne Szenen des Gedichtes können anschließend zeichnerisch gestaltet werden.
Ort: Lindenhaus
Zeit: Sa 15-19 Uhr / So 11-18 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
Live Illustration
Das Künstlerinnenduo graphicrecording.cool hält das Musikfest illustrativ fest. In Gesprächen mit Besucherinnen und Besuchern und aus ihren Beobachtungen heraus skizzieren sie live das Gesehene und Gehörte. Die entstandenen Zeichnungen werden in der Geschenkemanufaktur ausgestellt und am Sonntag, den 25. August in einer Benefizauktion versteigert.
Ort: Geschenkemanufaktur
Zeit: Sa 15-19 Uhr / So 11-16 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
Comicroman-Ausstellung zeigt „Unerschrocken“ von Pénélope Bagieu und „Fortmachen“ von Nils Knoblich
Ausgestellt sind Auszüge des Graphic Novels „Unerschrocken“ von Pénélope Bagieu. In ihrem Buch stellt sie zeichnerisch die Biographien fünfzehn unerschrockener Frauen vor. Das Musikfest Liebenberg stellt hiervon einzelne Geschichten aus. Daneben werden Auszüge des Comic-Romans von Nils Knoblich „Fortmachen“ ausgestellt. Im Buch verarbeitet er zeichnerisch seine Familiengeschichte und die Flucht der Eltern aus der DDR.  
Ort: Historischer Rinderstall und Atelier
Zeit Sa 15-19 Uhr / So 11-18 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
Junge Literaten von eff.i19 lesen auf der Lesebühne
Ausgehend von Theodor Fontanes Roman ,Effi Briest‘ haben Brandenburger Schülerinnen und Schüler ihre eigene Fassung des Stoffs, orientiert an modernen Geschlechterrollen und dem Aspekt des Erwachsenwerdens (Coming of age) ihrer Generation entwickelt und ein Buch daraus gemacht. Beim Musikfest Liebenberg werden sie auf der Lesebühne aus ihrem Buch vorlesen.  
Ort: Sa Schlosspark / So Schloss-Saal
Zeit: Sa 15-15.30 Uhr und 17-17.30 Uhr / So 11-11.20 Uhr und 12-12.20 Uhr
barrierefrei Eintritt frei
Verpflegung
Gutswirtschaft
In der „Gutswirtschaft“ können Sie es sich bei Grillspezialitäten, Kaffee, Kaltgetränken und selbst gebackenem Kuchen gut gehen lassen.
Ort: an der Musikscheune
Gutshofladen
Frische Eier, Fleisch, Käse und Marmelade werden im Gutshofladen verkauft. Vor Ort gibt es auch Eis!
Ort: Roter Hirsch
geöffnet: 10.00 – 19.00 Uhr
 

Weitere

Projekte

Videotour „Geheimnisvolles Schloss & Gut Liebenberg“

Schloss & Gut Liebenberg ist geheimnisvoll und hat eine spannende Geschichte. Damit auch andere davon erfahren, kümmern wir uns in unserem Wirkungsfeld „Kulturelles Erbe“ um die denkmalgeschützte Liegenschaft und machen sie Besucher*innen zugänglich. Doch was tun, wenn ein Besuch zurzeit nicht möglich ist? Wir bringen kurzerhand das Museum zu den Menschen! So machen wir kulturelle Teilhabe auch in Pandemiezeiten möglich.

60 km nördlich von Berlin liegt Schloss & Gut Liebenberg mitten in einem Naturschutzgebiet. Von der schönen und erholsamen Wald- und Seenlandschaft des Löwenberger Landes umrahmt, wartet das denkmalgeschützte Ensemble mit einer spannenden Vergangenheit auf. Museumsleiter Dr. Thomas Steller zeigt Highlights aus 800 Jahren Geschichte und nimmt die Besucher*innen mit auf einen Rundgang zu verborgenen Orten, geheimnisvollen Denkmälern und zeigt Stellen auf Schloss & Gut Liebenberg, die sonst nicht besucht werden können. Schloss & Gut Liebenberg und das dazugehörige Museum werden heute von der DKB STIFTUNG gepflegt und betrieben.

Schloss & Gut Liebenberg hat eine bewegte Vergangenheit und wurde immer wieder zum Schauplatz deutscher Politik: Kaiser Wilhelm II. war mit dem Liebenberger Gutsherren Philipp Fürst zu Eulenburg-Hertefeld gut befreundet und oft zu Besuch, Theodor Fontane schrieb „Zu meinen glücklichsten Wanderungstagen gehören die in Liebenberg verbrachten“, die im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktive Libertas Schulze-Boysen nutzte ihr heimatliches Gut als Rückzugsort und in der DDR diente Liebenberg als Mustergut und Erholungsort der SED. Der Rundgang macht die abwechslungsreiche Liebenberger Geschichte vom Mittelalter bis heute erlebbar und stellt die Menschen vor, die Liebenberg geprägt haben. Gerade in der aktuellen Zeit ist es für viele Menschen schwierig, Ausstellungen und Orte zu besuchen. Deshalb bringt die DKB STIFTUNG das Museum mit dieser Videotour zu den Menschen.

Fragen rund um das Thema Geschichte und Museum beantworten wir gerne unter museum@dkb-stiftung.de.
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Tausend Liebenberger Augenblicke

Zwei junge Mädchen laufen eine Schaurunde über die Liebenberger Schlossterrasse. Eine Moderatorin steht im Hintergrund und beschreibt die gerade gezeigten modischen Highlights. Der Schnappschuss der Modenschau mit Nachwuchsmodels wurde in den 1990ern aufgenommen und ist nun das 1.000 Bild in der digitalen Fotosammlung des Liebenberger Museums der DKB STIFTUNG. Es ist ein Zeugnis der langen und bewegten Ortsgeschichte.

Kaiser, Widerstandskämpfer, Parteivorsitzende – Liebenberg hat sie alle gesehen

Die alten Treppenstufen stammen noch aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts. Dort stand einst der frisch verheiratete Sohn des Fürsten Philipp zu Eulenburg und Hertefeld zusammen mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und wenige Jahre später die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiven Harro und Libertas-Schulze Boysen. Ein Blumenkübel aus Beton erinnert noch an die gerade verschwundene DDR, die nach 1945 aus Liebenberg ein sozialistisches Vorzeigegut machte. Vor der Schlosskulisse, die eben noch für Pateiveranstaltungen genutzt wurde, drehen in den 90ern Mädchen ihre modischen Runden. Vergangenheit wird durch Digitalisierung modern aufbereitet Heute ist das Schlossensemble ein denkmalgeschützter historischer Kulturort und ein attraktives Ausflugsziel mit einer spannenden Vergangenheit. Damit die DKB STIFTUNG über die 800jährige Geschichte Liebenbergs forschen und berichten kann, braucht es Schnappschüsse wie diese, die in der Museumssammlung sicher verwahrt werden. Um dieses Bildarchiv für die Öffentlichkeit sichtbar und für Ausstellungen nutzbar zu machen, wurde im Jahr 2020 mit der Digitalisierung des Gesamtbestandes begonnen. Und jetzt liegt das tausendste Foto vor! Die Modenschau vor der Schlossfassade.

Schloss Liebenberg ist heute generalsaniert und die Kinder von damals haben vielleicht selbst Nachkommen. Das Foto zeigt damit auch die Vergänglichkeit und den stetigen Wandel der Zeiten. Deshalb werden im Liebenberger Archiv der DKB STIFTUNG auch die Fotografien der jüngeren Vergangenheit gesammelt. Sachkundig geordnet, sicher in speziellen Fotohüllen gelagert und als digitales Abbild für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wenn Sie Dokumente, Objekte oder Bilder mit Bezug zu Liebenberg haben, teilen Sie diese gern mit uns; So helfen Sie mit Vergangenes zu erhalten und Geschichte zu erzählen. Schreiben Sie uns an museum@dkb-stiftung.de.
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Das Liebenberger Schneidebrett – ein eckiges „rundes“ Produkt

Dürfen wir vorstellen: das Liebenberger Schneidebrett aus massiver Eiche. Wir sind auf dieses hochwertige Produkt schon ein bisschen stolz, denn es vereinigt in sich viele Aspekte, für die wir stehen: Qualität, Nachhaltigkeit und Inklusion. Und die Mitarbeiter*innen aus der DKB STIFTUNG Liebenberg gGmbH zeigen ganz nebenbei, was Kreislaufwirtschaft eigentlich bedeutet.

Das Ziel war es, mit dem Team des Inklusionsunternehmens ein hochwertiges, nachhaltiges und optisch ansprechendes Produkt herzustellen. Das beste einheimische Holz für ein solches Schneidebrett, die Eiche, war mit Hilfe der Expertise unserer Fachfrauen und -männer aus dem Bereich Forst schnell gefunden.  Denn Eichenholz ist extrem robust, langlebig und wirkt sogar antibakteriell – optimal für den Einsatz bei der Zubereitung von Speisen.

Für das Projekt Liebenberger Schneidebrett wurden ganze neun Kubikmeter Eichenholz verarbeitet, ein Großteil davon aus unserem eigenen Liebenberger Wald. Die dafür gefällten Eichen waren über 150 Jahre alt und haben in dieser Zeit bestimmt so einige illustre Gesellschaft unter ihren Kronen vorbeiziehen sehen – vielleicht sogar Fontane bei seinen Wanderungen? Wenn diese stolzen Bäume weichen, sorgen wir aktiv für die Waldverjüngung und somit für den wiederkehrenden Kreislauf in einem gesunden Ökosystem.

Viele Arbeitsschritte benötigt so ein Brett, bis es fertig ist, vom Zuschneiden des Holzes bis zum Einölen der Schneidebretter. Das Liebenberger Schneidebrett ist ein echter Gemeinschaftserfolg: Die Kolleg*innen unterstützten sich gegenseitig und sprangen flexibel ein. Zum Beispiel die gute Seele der Schlossgärtnerei, Gärtnerin Anika Hensel. Doch sie kann noch mehr: Bretter schleifen – wenn Hände in der Tischlerei gefragt sind. Oder Honig und Aufstrich etikettieren – wenn Konzentration und Fingerspitzengefühl gefragt sind. Ein echtes Allroundtalent mit Teamgeist.

Nachhaltigkeit ist in Liebenberg kein Schlagwort, sondern wird immer mitgedacht: Deshalb gab es in der Tischlerei keine Abfälle, sondern nur nützliche Nebenprodukte. Die 12,5 Kubikmeter Späne enden als Einstreu in den Legenestern der Hühner – und die mögen das sehr! Deshalb ist das Liebenberger Schneidebrett trotz seiner rechteckigen Form ein rundes Produkt: Holz aus den eigenen Wäldern, gemeinschaftliche Produktion in der DKB STIFTUNG Liebenberg gGmbH und nachhaltige Verwendung aller Nebenprodukte. Und wenn in einer Eierschachtel unserer Liebenberger Eier noch ein kleines Stück Holzspan liegt, dann kommt ein Teil des Liebenberger Bretts sogar zu ganz neuen Besitzer*innen.
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Alexanderschlacht – Mosaikkopie nach antikem Vorbild

Die beeindruckende farbige Nachbildung des 5x3 Meter großen Mosaiks der Alexanderschlacht nimmt Sie mit auf eine besondere Entdeckungsreise in die Geschichte.

Das Originalmosaik wurde 1831 bei Ausgrabungen in Pompeji in der „Casa del Fauno“ (Haus des Fauns) gefunden, ist eines der bekanntesten römischen Mosaike und circa 2100 Jahre alt. Es zeigt aller Wahrscheinlichkeit nach die Schlacht bei Issos im Jahre 333 v. Chr., zwischen Alexander dem Großen und dem persischen Großkönig Dareios III. Zu sehen ist eine wilde Schlachtszene mit mehreren Reitern, Bewaffneten, Pferden und Streitwagen. An der Spitze seiner Truppen stürmt vom linken Bildrand Alexander der Große heran und versucht den Perser im Kampf zu treffen. Dareios hat den Körper bereits zur Flucht gewandt, lediglich sein Blick richtet sich auf Alexander.

Ein seltener Kunstschatz auf Schloss & Gut Liebenberg

Die Mosaikkopie auf Fayencefliesen stammt vermutlich aus der Keramikmanufaktur Guistiniani bei Neapel. Sie traf, zusammen mit der von König Friedrich Wilhelm IV für die Römischen Bäder in Potsdam bestellten Kopie, etwa Ende 1843 in Liebenberg ein.1 Das Mosaik ist wahrscheinlich ein Geschwisterstück zu der Potsdamer und der englischen Kopie (Chatsworth Castle, Derbyshire).

Zur Erwerbungszeit befand sich Liebenberg im Aufwind und der Gutsherr Karl Adolf Freiherr von und zu Hertefeld (1794-1867) hatte seinen Wohnsitz permanent hierher verlegt. Das Gut prosperierte durch Einführung neuer landwirtschaftlicher Methoden.

Der seltene Kunstschatz wurde wahrscheinlich initial als Fußbodenbedeckung im ehemaligen Archivgebäude verwendet – eine ähnliche Verwendung wie in den Römischen Bädern in Potsdam. Spätestens um 1900 wurde die Alexanderschlacht in den Waffensaal als Wandschmuck verbracht.

In den 1950er Jahren wurde das Wandbild aus dem ehemaligen sogenannten Waffensaal abgenommen2 und war danach bis 2002 im Obergeschoss des Schlosses angebracht.

Zum Tag des offenen Denkmals 2018 wurde dieser seltene Kunstschatz seit Langem erstmals wieder auf Schloss & Gut Liebenberg ausgestellt. Dazu wurde vorab die Mosaikkopie aufgebaut und in Augenschein genommen. Eine Bestandsaufnahme durch den Diplom-Restaurator Cord Brune, Uta Scholz, Restauratorin von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und Dr. Thomas Steller, Leiter Bildung und Museum, zeigte, welche Teile vorhanden und in welchem Zustand sie sind.

Langfristiges Ziel ist die dauerhafte Sicherung, Wiederherstellung und öffentliche Präsentation dieses wertvollen denkmalgeschützten Objekts. Dies geschieht mithilfe des Museumsverbandes Brandenburg und weiterer noch zu gewinnender Projektpartner.

Gern können Sie uns bei diesem Projekt unterstützen. Kontakt: Dr. Thomas Steller, thomas.steller@dkb-stiftung.de

Hier finden Sie weitere Beiträge zur Mosaikkopie der Alexanderschlacht:



Reisen trotz Reisebeschränkungen – Geschichte gefahrlos entdecken

Entdecken Sie in der virtuellen Ausstellung „Kanope, Krokodil und Königsstuhl: Globale Geschichten in brandenburgischen Museen“ Liebenberger und Brandenburger Kunstschätze. Die DKB STIFTUNG ist mit der Liebenberger Alexanderschlacht dabei.

Liebenberger Kunstschatz macht sich auf wissenschaftliche Reise

Die frühere unsachgemäße Behandlung hat Spuren hinterlassen – deshalb machte sich die Alexanderschlacht auf die Reise an die FH Potsdam, um dort wissenschaftlich untersucht und teilweise restauriert zu werden.



1 (Vgl.: Nehls, Harry, Kurzer Nachtrag … in: Landesgeschichtliche Vereinigung Brandenburg e.V. Mitteilungsblatt, 95/1994 Heft 1, S. 9ff. 2 Dokumentensammlung VSQ 17, 19, 21.)
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