Videotour „Geheimnisvolles Schloss & Gut Liebenberg“

Wirkungsfeld

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Schloss & Gut Liebenberg ist geheimnisvoll und hat eine spannende Geschichte. Damit auch andere davon erfahren, kümmern wir uns in unserem Wirkungsfeld „Kulturelles Erbe“ um die denkmalgeschützte Liegenschaft und machen sie Besucher*innen zugänglich. Doch was tun, wenn ein Besuch zurzeit nicht möglich ist? Wir bringen kurzerhand das Museum zu den Menschen! So machen wir kulturelle Teilhabe auch in Pandemiezeiten möglich.

60 km nördlich von Berlin liegt Schloss & Gut Liebenberg mitten in einem Naturschutzgebiet. Von der schönen und erholsamen Wald- und Seenlandschaft des Löwenberger Landes umrahmt, wartet das denkmalgeschützte Ensemble mit einer spannenden Vergangenheit auf. Museumsleiter Dr. Thomas Steller zeigt Highlights aus 800 Jahren Geschichte und nimmt die Besucher*innen mit auf einen Rundgang zu verborgenen Orten, geheimnisvollen Denkmälern und zeigt Stellen auf Schloss & Gut Liebenberg, die sonst nicht besucht werden können. Schloss & Gut Liebenberg und das dazugehörige Museum werden heute von der DKB STIFTUNG gepflegt und betrieben.

Schloss & Gut Liebenberg hat eine bewegte Vergangenheit und wurde immer wieder zum Schauplatz deutscher Politik: Kaiser Wilhelm II. war mit dem Liebenberger Gutsherren Philipp Fürst zu Eulenburg-Hertefeld gut befreundet und oft zu Besuch, Theodor Fontane schrieb „Zu meinen glücklichsten Wanderungstagen gehören die in Liebenberg verbrachten“, die im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktive Libertas Schulze-Boysen nutzte ihr heimatliches Gut als Rückzugsort und in der DDR diente Liebenberg als Mustergut und Erholungsort der SED. Der Rundgang macht die abwechslungsreiche Liebenberger Geschichte vom Mittelalter bis heute erlebbar und stellt die Menschen vor, die Liebenberg geprägt haben. Gerade in der aktuellen Zeit ist es für viele Menschen schwierig, Ausstellungen und Orte zu besuchen. Deshalb bringt die DKB STIFTUNG das Museum mit dieser Videotour zu den Menschen.

Fragen rund um das Thema Geschichte und Museum beantworten wir gerne unter museum@dkb-stiftung.de.

Weitere

Projekte

Starke Charaktere zum Internationalen Frauentag – Libertas Schulze-Boysen

Zum Internationale Frauentag 2021 geben wir in diesem Digitorial Einblick in das beeindruckende Leben von Libertas Schulze-Boysen, die eine aktive Kämpferin für die Rechte von Unterdrückten während der Zeit des Nazi-Regimes war und mit Menschlichkeit und Solidarität eine Ausnahmeerscheinung im Dritten Reich war. Sie und viele Mitstreiter*innen gaben sprichwörtlich ihr Leben für den Einsatz für Gerechtigkeit. Libertas, die in Liebenberg, dem heutigen Sitz der DKB STIFTUNG, aufwuchs, durchlebte eine tiefe Veränderung und kann uns auch heute Vorbild sein.

Klickt auf "Inhalte laden" und anschließend auf die Pfeile oder die drei Punkte für eine Darstellung des Digitorials zu Libertas Schulze-Boysen im Vollbild!  

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Der Liebenberger Kaiserwal

Das Objekt des Monats März aus der Sammlung des Liebenberger Museums

Knapp zweihundert Kilometer sind es vom Löwenberger Land bis zum nächsten Meer und doch haben es die Überreste eines Wals bis nach Schloss Liebenberg geschafft. Zwei gewaltige drei Meter lange Kieferknochen und fünf Wirbel hat einst der Schlossherr Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld als Souvenir mit nach Hause gebracht. Der enge Freund von Kaiser Wilhelm II. war zwischen 1889 und 1903 ganze zwölf Mal bei den jährlichen Nordlandfahrten seiner Majestät nach Skandinavien auf der Staatsyacht S.M.Y. Hohenzollern dabei. Über seine Erlebnisse auf den Schiffsreisen und die weltpolitischen Entscheidungen die nebenbei gefällt wurden erschien später sogar das zweibändige Buch „Mit dem Kaiser als Staatsmann und Freund auf Nordlandreisen“.

Kaiser Wilhelm II. war trotz der Behinderung seines linken Arms ein begeisterter Jäger und soll an seinem vierzigsten Geburtstag während einer Jagd in der Mark Brandenburg bereits die Erlegung seines 50 000. Tieres gefeiert haben. Nach Liebenberg kam der Kaiser oft und gern zur Jagd. Ob Wilhelm II. auch den Wal selbst erjagt hat, ist nicht bekannt. Immerhin verließ er am 15. Juli 1892 seine bequeme Yacht und erlebte vor Tromsø auf dem norwegischen Walfangdampfer Duncan Grey den Fang eines Seiwals. Das Tier wurde damals mittels einer mit Sprengstoff gefüllten Harpunenspitze erlegt. Vermutlich gehören die Liebenberger Knochen zu diesem Wal. Seiwale sind stattliche Tiere, die bis zu 20 Meter lang und 45 Tonnen schwer werden können.



Philipp zu Eulenburg brachte die Trophäen mit nach Liebenberg und stellte die langen Kieferknochen im Laubengang des Archivgebäudes am Schlosshof aus. Dort befanden sie sich bis 1945, als nach der Besetzung des Schlosses durch Truppen der Sowjetischen Armee der Nordflügel und das Archiv niederbrannten. Die Walknochen wurden nach dem Brand und dem darauffolgenden Abriss ironischerweise im 16 Meter tiefen Schacht des Kaiserbrunnens versenkt. Dieser war 1895 ebenfalls ein persönliches Geschenk des Kaisers gewesen. Als Symbol des „Preußischen Junkertums“ wurde der Brunnenaufbau in den Nachkriegsjahren zerstört, bzw. mit den Walknochen im Brunnenschacht entsorgt.



Erst 2003 wurden dieses Artefakte im Zuge des Neuaufbaus des Schlosses durch die Deutsche Kreditbank bei archäologischen Untersuchungen des Schlosshofes wieder aufgefunden und gesichert. Die Walknochen- und wirbel haben 50 Jahre Außenanbringung und 70 Jahre Verfüllung erstaunlich gut überstanden. Heute werden sie im Museum und Schlossrestaurant der Öffentlichkeit präsentiert bzw. sicher im Sammlungsdepot verwahrt.



Um noch mehr über die spektakulären Liebenberger Walknochen zu erfahren, wendet sich die DKB Stiftung derzeit an renommierte deutsche Naturkundemuseen mit der Bitte um eine genaue Bestimmung der Skelettteile. Unter Umständen könnte dabei eine DNA-Analyse des Knochenmaterials für spannende Ergebnisse sorgen.

Besuchen Sie auch die Seite der Museumsdatenbank museum-digital.de! Hier werden wir nach und nach Teile der Liebenberg Sammlung online stellen und damit unseren Beitrag zur Vermittlung der reichen Brandenburger Geschichte einem weiteren Publikum verfügbar machen.

Hier geht’s zu unserem aktuellen Objekt des Monats März, dem Liebenberger Kaiserwal: Brandenburg Museum digital - Der Liebenberger Kaiserwal  

Als Objekt des Monats Februar faszinierte:

Der Klavierhocker des Botho Sigwart zu Eulenburg





Die Bilder in den Impressionen zeigen: Eine Jagd auf Schloss und Gut Liebenberg, den Laubengang des Archivgebäudes am Schlosshof mit den ausgestellten langen Kieferknochen des Wals, den Schacht des Kaiserbrunnens mit Walknochen, die Walknochen.
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Das Objekt des Monats Februar aus der Sammlung des Liebenberger Museums

An dieser Stelle wollen wir ab jetzt monatlich immer anhand eines besonders interessanten Objekts Einblicke in die vielfältige Geschichte von Schloss & Gut Liebenberg geben. Unser kulturelles Erbe verrät nicht nur viel über die Geschichte Liebenbergs, sondern auch über die Region und darüber hinaus – was hier geschah, hatte Auswirkungen weit über die Grenzen von Schloss & Gut Liebenberg. Mit der Sammlungsarbeit tragen wir unseren Teil dazu bei, die historischen Erinnerungen zu heben und zu erforschen. Und spannend ist die Arbeit rund um das Liebenberger Museum nebenbei auch noch!

Schöner sitzen – Der Klavierhocker des Botho Sigwart zu Eulenburg



Zarte Klavierklänge perlen durch den Raum aus dem großen Bechstein-Flügel, vor dem der junge Pianist auf einem zierlichen Klavierhocker sitzt. Nah neben ihm steht seine schöne junge Frau, die mit heller Sopranstimme nun zu zurückhaltendem Gesang anhebt. Die vielen Umstehenden in den feinen Roben stehen längst still und lauschen andächtig und ergriffen. Eine Szene, wie sie sich im großen Schlossaal von Schloss & Gut Liebenberg Anfang des 20. Jahrhunderts zu Zeiten des Fürsten Eulenburg wohl öfters zugetragen haben mag. Dann, wenn dessen Sohn Sigwart zu Eulenburg, gerade Mitte zwanzig, und seine Frau, die Kammersängerin Helene Stegemann, sich zu abendlichen kleinen Darbietungen im illustren Kreis zusammenfanden.

Zugegeben, der Klavierhocker aus der Liebenberg Museumssammlung ist etwas in die Jahre gekommen. Das abgewetzte helle Zierband und die bestoßene Sitzfläche aus grünem Samt zeigen Spuren jahrzehntelanger Nutzung. Und trotzdem lässt der dreibeinige Drehhocker aus massivem, gebeiztem und verziertem Hartholz noch immer erahnen, in welch edler Umgebung er einst als Sitzmöbel vor dem Klavier gedient haben mag.

Aus welcher Zeit er genau stammt lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen, doch ist er stilistisch wahrscheinlich dem Ende des 19. oder dem Beginn des 20. Jahrhunderts zuzuordnen. Damals, um die Jahrhundertwende, avancierte Liebenberg zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in der Mark Brandenburg. Der Schlossherr Fürst Phillip zu Eulenburg und Hertefeld (1847-1921), enger Freund und Berater des letzten Deutschen Kaisers, beherbergte im neu ausgebauten Schlossaal illustre Runden mit hochgestellten Personen aus Politik, kaiserlicher Hofgesellschaft und Hocharistokratie. Auch Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) war häufiger Gast. Musikalische Darbietungen gehörten zum guten Ton und zeichneten diesen märkischen Landsitz vor anderen Herrenhäusern in Brandenburg aus.




In dieser Zeit um die Jahrhundertwende wird auch Botho Sigwart zu Eulenburg (1884-1915), zweiter Sohn des Fürsten und wie dieser musisch veranlagt, sein musikalisches Debüt an der Orgel oder am Klavier in Liebenberg gehabt haben. Der früh begabte junge Musiker erhielt seine musikalische Ausbildung in Wien, München, Leipzig und Dresden. Und doch kehrte er immer wieder ins väterliche Schloss nach Liebenberg zurück, um sich dort, im eigens für ihn als Wohnort hergerichteten, etwas abseits im Park gelegenen Lindenhaus, seinen eigenen Kompositionen zu widmen. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass der hoffungsvolle Komponist von Liedern, Konzerten, Orgelstücken Anfang des 20. Jahrhunderts diesen Klavierhocker benutzte, um zu üben, zu komponieren oder eben der High Society des Deutschen Kaiserhofs vorzuspielen.  

Sigwart kam als Offizier im ersten Weltkrieg mit 31 Jahren ums Leben. Die Uraufführung seiner einzigen Oper „Die Lieder des Euripides“ erlebte er nicht mehr, sie fand im Herbst 1915 am Hoftheater Stuttgart statt. Sigwarts sterbliche Überreste wurden im elterlichen Park in Liebenberg unter seiner Lieblingseiche beigesetzt. Die Grabstelle, mit einem schlichten Kreuz versehen, kann dort noch heute besucht werden.



Besuchen Sie auch die Seite der Museumsdatenbank museum-digital.de! Hier werde wir nach und nach Teile der Liebenberg Sammlung online stellen und damit unseren Beitrag zur Vermittlung der reichen Brandenburger Geschichte einem weiteren Publikum verfügbar machen. Hier geht’s zu unserem aktuellen Objekt des Monats Januar, dem Klavierhocker von Sigwart: Museum Digital.

 

Die Bilder in den Impressionen zeigen: der Klavierhocker des Botho Sigwart zu Eulenburg, den Schlosssaal von Liebenberg um 1900, Botho Sigwart zu Eulenburg, das Lindenhaus im Schlosspark um 1915.
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Tausend Liebenberger Augenblicke

Zwei junge Mädchen laufen eine Schaurunde über die Liebenberger Schlossterrasse. Eine Moderatorin steht im Hintergrund und beschreibt die gerade gezeigten modischen Highlights. Der Schnappschuss der Modenschau mit Nachwuchsmodels wurde in den 1990ern aufgenommen und ist nun das 1.000 Bild in der digitalen Fotosammlung des Liebenberger Museums der DKB STIFTUNG. Es ist ein Zeugnis der langen und bewegten Ortsgeschichte.

Kaiser, Widerstandskämpfer, Parteivorsitzende – Liebenberg hat sie alle gesehen

Die alten Treppenstufen stammen noch aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts. Dort stand einst der frisch verheiratete Sohn des Fürsten Philipp zu Eulenburg und Hertefeld zusammen mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und wenige Jahre später die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiven Harro und Libertas-Schulze Boysen. Ein Blumenkübel aus Beton erinnert noch an die gerade verschwundene DDR, die nach 1945 aus Liebenberg ein sozialistisches Vorzeigegut machte. Vor der Schlosskulisse, die eben noch für Pateiveranstaltungen genutzt wurde, drehen in den 90ern Mädchen ihre modischen Runden. Vergangenheit wird durch Digitalisierung modern aufbereitet Heute ist das Schlossensemble ein denkmalgeschützter historischer Kulturort und ein attraktives Ausflugsziel mit einer spannenden Vergangenheit. Damit die DKB STIFTUNG über die 800jährige Geschichte Liebenbergs forschen und berichten kann, braucht es Schnappschüsse wie diese, die in der Museumssammlung sicher verwahrt werden. Um dieses Bildarchiv für die Öffentlichkeit sichtbar und für Ausstellungen nutzbar zu machen, wurde im Jahr 2020 mit der Digitalisierung des Gesamtbestandes begonnen. Und jetzt liegt das tausendste Foto vor! Die Modenschau vor der Schlossfassade.

Schloss Liebenberg ist heute generalsaniert und die Kinder von damals haben vielleicht selbst Nachkommen. Das Foto zeigt damit auch die Vergänglichkeit und den stetigen Wandel der Zeiten. Deshalb werden im Liebenberger Archiv der DKB STIFTUNG auch die Fotografien der jüngeren Vergangenheit gesammelt. Sachkundig geordnet, sicher in speziellen Fotohüllen gelagert und als digitales Abbild für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wenn Sie Dokumente, Objekte oder Bilder mit Bezug zu Liebenberg haben, teilen Sie diese gern mit uns; So helfen Sie mit Vergangenes zu erhalten und Geschichte zu erzählen. Schreiben Sie uns an museum@dkb-stiftung.de.
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