Leben auf Liebenberg

Das Leben auf einem märkischen Landgut zu Fontanes Zeiten

Fontane nahm während seiner Aufenthalte am gesellschaftlichen und familiären Leben auf Liebenberg teil. Der Schriftsteller beschreibt die Atmosphäre als freundlich und offen. Der Schlossaal, wie auch die restlichen repräsentativ ausgestatteten Salons, beherbergte allerhand Kunstwerke, Bücher und „Kuriositäten“ zur Erinnerung, Erbauung und um Gäste zu beeindrucken. Nicht zuletzt der junge Graf selbst trug mit seinen schriftstellerischen und musischen Betätigungen zu der besonders kultivierten Atmosphäre Liebenbergs bei.

Die repräsentativ ausgestatteten Räume spiegelten den wachsenden gesellschaftlichen Bedeutungsanspruch der noch jungen brandenburgischen Linie der Eulenburgs wieder. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts verkehrten auf Liebenberg Vertreter höchster gesellschaftlicher Kreise des Deutschen Reiches, allen voran Kaiser Wilhelm II.

Fontane schreibt in den „Fünf Schlössern“:

„[A]n dieser Stelle mag denn auch hervorgehoben werden, daß japanische Reminiszenzen überall in Liebenberg nachklingen. Aus der Fülle dessen, was Graf Friedrich E. von seiner ostasiatischen Gesandtschaftsreise mit heimbrachte, kam vieles dem Schlosse seines Bruders zugute. […] [I]ch muß bekennen, manche berühmte Galerie berühmter Städte mit weniger Nutzen überflogen zu haben.“

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Jetzt hier: Fünf Rosenlieder zum Nachhören! Komponiert von Philipp zu Eulenburg, gesungen von Marcel Wittrisch (1903-1955), Orchester und Orgel unter der Leitung von Bruno Seidler-Winkler (1880-1969)