Ausstellung „Fontane auf Liebenberg“

Wirkungsfeld

Ausstellung „Fontane auf Liebenberg“

Eine Ausstellung zeigt unbekanntes Material und neue Seiten Fontanes

Wie war Fontanes Verbindung zu Liebenberg, was führte den Autor immer wieder auf das Schloss & Gut, wie war seine Beziehung zum Gutsherrn Philipp Graf zu Eulenburg und wie ist das alles in die damalige Zeit der Napoleonischen Kriege einzuordnen? In monatelanger Recherche haben Dr. Thomas Steller (DKB STIFTUNG für gesellschaftliches Engagement) und Historiker und Verleger Günter Rieger Quellen gesichtet und Nachforschungen zum Thema „Fontane auf Liebenberg“ durchgeführt. Herausgekommen ist eine Ausstellung, die an sechs Stationen im Außengelände von Schloss & Gut Liebenberg einen Einblick in die Geschichte der Region und Fontanes Freundschaften gibt. Die Texte werden durch Bild- und Audiodateien ergänzt. Die Stationen sind frei und ohne Eintrittsgebühr zugänglich. Sitzbänke an den Stationen laden zum Spazieren und Verweilen im Park ein. Mit Ausstellungseröffnung präsentiert die DKB STIFTUNG für gesellschaftliches Engagement erstmals das „Liebenberger Extrablatt“: Mit einem Augenzwinkern vermittelt die Zeitung Berichte, exklusive Interviews und Reportagen rund um das Thema Fontane, von der damaligen Zeit bis heute. Besucher können sich selbst eine Zeitung an mehreren Zeitungsständern auf dem Gelände ziehen.

Sa 18.05.     Ausstellungseröffnung                                    ab 14 Uhr    kostenfrei
14 Uhr           Ausstellungseröffnung im Schlosshof mit anschließendem Rundgang durch die Ausstellung. Treffpunkt: Schlosshof
15 Uhr           Empfang auf der Schlossterrasse
16 Uhr           Vortrag Theodor Fontane – Mit Notizbuch und Bleistift unterwegs im Ruppiner Land: Buchautor Robert Rauh und Dr. Gabriele Radecke, Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle in der Georg-August-Universität Göttingen, nehmen die Zuhörer mit auf eine Zeitreise in die Geschichte Liebenbergs und deren historischer Verbindung zu Theodor Fontane, ausgehend von seinen Notizbüchern und Korrespondenzen. Ort: Schloss-Saal  

So 19.05.     Internationaler Museumstag                        ab 14 Uhr    kostenfrei   14 Uhr           Führung durch die Fontane-Ausstellung, durch Schloss und Park und zum Alexanderschlacht-Bildnis. Treffpunkt im Schlosshof.   16 Uhr           Theodor Fontane – Ein Streifzug durch Leben und Werk des großen Autors: Historiker und Verleger Günter Rieger gibt einen bebilderten Überblick über das Leben des meistgelesenen deutschen Schriftstellers des 19. Jahrhunderts.
Ort: Schloss-Saal

So 08.09.     Tag des offenen Denkmals    ab 14 Uhr    kostenfrei   14 Uhr           Führung durch die Fontane-Ausstellung, durch Schloss und Park und zum Alexanderschlacht-Bildnis. Das Liebenberger Alexanderschlacht-Denkmal ist eine von drei bekannten Kopien aus dem 19. Jahrhundert in dieser Größe. Fontane erwähnte das 5×3 Meter große Bildnis in seinen Aufzeichnungen über Liebenberg.
Treffpunkt: Schlosshof
16 Uhr           Historiker und Verleger Günter Rieger berichtet über die Hintergründe der Beziehung Fontanes zu Philipp zu Eulenburg: Der Graf und der Dichter eine ungleiche Beziehung Fontane auf Liebenber.   Ort: Schloss-Saal.

Mai-Dez       Themenführungen                    1,5-2 h          kostenfrei   Historische Führungen auf Schloss & Gut Liebenberg auf den Spuren Theodor Fontanes. Was führte den Wanderer durch die Mark nach Liebenberg, welche Geschichten erfuhr er hier und was sah er?

Termine   27.04.             13 Uhr   18.05.             14 Uhr   19.05.             14 Uhr   25.08.             14 Uhr   08.09.             14 Uhr
Weitere Termine für Führungen (deutsch / englisch) können unter thomas.steller@dkb-stiftung.de angefragt werden.      

Impressionen

Weitere

Projekte

Videotour „Geheimnisvolles Schloss & Gut Liebenberg“

Schloss & Gut Liebenberg ist geheimnisvoll und hat eine spannende Geschichte. Damit auch andere davon erfahren, kümmern wir uns in unserem Wirkungsfeld „Kulturelles Erbe“ um die denkmalgeschützte Liegenschaft und machen sie Besucher*innen zugänglich. Doch was tun, wenn ein Besuch zurzeit nicht möglich ist? Wir bringen kurzerhand das Museum zu den Menschen! So machen wir kulturelle Teilhabe auch in Pandemiezeiten möglich.

60 km nördlich von Berlin liegt Schloss & Gut Liebenberg mitten in einem Naturschutzgebiet. Von der schönen und erholsamen Wald- und Seenlandschaft des Löwenberger Landes umrahmt, wartet das denkmalgeschützte Ensemble mit einer spannenden Vergangenheit auf. Museumsleiter Dr. Thomas Steller zeigt Highlights aus 800 Jahren Geschichte und nimmt die Besucher*innen mit auf einen Rundgang zu verborgenen Orten, geheimnisvollen Denkmälern und zeigt Stellen auf Schloss & Gut Liebenberg, die sonst nicht besucht werden können. Schloss & Gut Liebenberg und das dazugehörige Museum werden heute von der DKB STIFTUNG gepflegt und betrieben.

Schloss & Gut Liebenberg hat eine bewegte Vergangenheit und wurde immer wieder zum Schauplatz deutscher Politik: Kaiser Wilhelm II. war mit dem Liebenberger Gutsherren Philipp Fürst zu Eulenburg-Hertefeld gut befreundet und oft zu Besuch, Theodor Fontane schrieb „Zu meinen glücklichsten Wanderungstagen gehören die in Liebenberg verbrachten“, die im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktive Libertas Schulze-Boysen nutzte ihr heimatliches Gut als Rückzugsort und in der DDR diente Liebenberg als Mustergut und Erholungsort der SED. Der Rundgang macht die abwechslungsreiche Liebenberger Geschichte vom Mittelalter bis heute erlebbar und stellt die Menschen vor, die Liebenberg geprägt haben. Gerade in der aktuellen Zeit ist es für viele Menschen schwierig, Ausstellungen und Orte zu besuchen. Deshalb bringt die DKB STIFTUNG das Museum mit dieser Videotour zu den Menschen.

Fragen rund um das Thema Geschichte und Museum beantworten wir gerne unter museum@dkb-stiftung.de.
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Tausend Liebenberger Augenblicke

Zwei junge Mädchen laufen eine Schaurunde über die Liebenberger Schlossterrasse. Eine Moderatorin steht im Hintergrund und beschreibt die gerade gezeigten modischen Highlights. Der Schnappschuss der Modenschau mit Nachwuchsmodels wurde in den 1990ern aufgenommen und ist nun das 1.000 Bild in der digitalen Fotosammlung des Liebenberger Museums der DKB STIFTUNG. Es ist ein Zeugnis der langen und bewegten Ortsgeschichte.

Kaiser, Widerstandskämpfer, Parteivorsitzende – Liebenberg hat sie alle gesehen

Die alten Treppenstufen stammen noch aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts. Dort stand einst der frisch verheiratete Sohn des Fürsten Philipp zu Eulenburg und Hertefeld zusammen mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und wenige Jahre später die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiven Harro und Libertas-Schulze Boysen. Ein Blumenkübel aus Beton erinnert noch an die gerade verschwundene DDR, die nach 1945 aus Liebenberg ein sozialistisches Vorzeigegut machte. Vor der Schlosskulisse, die eben noch für Pateiveranstaltungen genutzt wurde, drehen in den 90ern Mädchen ihre modischen Runden. Vergangenheit wird durch Digitalisierung modern aufbereitet Heute ist das Schlossensemble ein denkmalgeschützter historischer Kulturort und ein attraktives Ausflugsziel mit einer spannenden Vergangenheit. Damit die DKB STIFTUNG über die 800jährige Geschichte Liebenbergs forschen und berichten kann, braucht es Schnappschüsse wie diese, die in der Museumssammlung sicher verwahrt werden. Um dieses Bildarchiv für die Öffentlichkeit sichtbar und für Ausstellungen nutzbar zu machen, wurde im Jahr 2020 mit der Digitalisierung des Gesamtbestandes begonnen. Und jetzt liegt das tausendste Foto vor! Die Modenschau vor der Schlossfassade.

Schloss Liebenberg ist heute generalsaniert und die Kinder von damals haben vielleicht selbst Nachkommen. Das Foto zeigt damit auch die Vergänglichkeit und den stetigen Wandel der Zeiten. Deshalb werden im Liebenberger Archiv der DKB STIFTUNG auch die Fotografien der jüngeren Vergangenheit gesammelt. Sachkundig geordnet, sicher in speziellen Fotohüllen gelagert und als digitales Abbild für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wenn Sie Dokumente, Objekte oder Bilder mit Bezug zu Liebenberg haben, teilen Sie diese gern mit uns; So helfen Sie mit Vergangenes zu erhalten und Geschichte zu erzählen. Schreiben Sie uns an museum@dkb-stiftung.de.
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Das Liebenberger Schneidebrett – ein eckiges „rundes“ Produkt

Dürfen wir vorstellen: das Liebenberger Schneidebrett aus massiver Eiche. Wir sind auf dieses hochwertige Produkt schon ein bisschen stolz, denn es vereinigt in sich viele Aspekte, für die wir stehen: Qualität, Nachhaltigkeit und Inklusion. Und die Mitarbeiter*innen aus der DKB STIFTUNG Liebenberg gGmbH zeigen ganz nebenbei, was Kreislaufwirtschaft eigentlich bedeutet.

Das Ziel war es, mit dem Team des Inklusionsunternehmens ein hochwertiges, nachhaltiges und optisch ansprechendes Produkt herzustellen. Das beste einheimische Holz für ein solches Schneidebrett, die Eiche, war mit Hilfe der Expertise unserer Fachfrauen und -männer aus dem Bereich Forst schnell gefunden.  Denn Eichenholz ist extrem robust, langlebig und wirkt sogar antibakteriell – optimal für den Einsatz bei der Zubereitung von Speisen.

Für das Projekt Liebenberger Schneidebrett wurden ganze neun Kubikmeter Eichenholz verarbeitet, ein Großteil davon aus unserem eigenen Liebenberger Wald. Die dafür gefällten Eichen waren über 150 Jahre alt und haben in dieser Zeit bestimmt so einige illustre Gesellschaft unter ihren Kronen vorbeiziehen sehen – vielleicht sogar Fontane bei seinen Wanderungen? Wenn diese stolzen Bäume weichen, sorgen wir aktiv für die Waldverjüngung und somit für den wiederkehrenden Kreislauf in einem gesunden Ökosystem.

Viele Arbeitsschritte benötigt so ein Brett, bis es fertig ist, vom Zuschneiden des Holzes bis zum Einölen der Schneidebretter. Das Liebenberger Schneidebrett ist ein echter Gemeinschaftserfolg: Die Kolleg*innen unterstützten sich gegenseitig und sprangen flexibel ein. Zum Beispiel die gute Seele der Schlossgärtnerei, Gärtnerin Anika Hensel. Doch sie kann noch mehr: Bretter schleifen – wenn Hände in der Tischlerei gefragt sind. Oder Honig und Aufstrich etikettieren – wenn Konzentration und Fingerspitzengefühl gefragt sind. Ein echtes Allroundtalent mit Teamgeist.

Nachhaltigkeit ist in Liebenberg kein Schlagwort, sondern wird immer mitgedacht: Deshalb gab es in der Tischlerei keine Abfälle, sondern nur nützliche Nebenprodukte. Die 12,5 Kubikmeter Späne enden als Einstreu in den Legenestern der Hühner – und die mögen das sehr! Deshalb ist das Liebenberger Schneidebrett trotz seiner rechteckigen Form ein rundes Produkt: Holz aus den eigenen Wäldern, gemeinschaftliche Produktion in der DKB STIFTUNG Liebenberg gGmbH und nachhaltige Verwendung aller Nebenprodukte. Und wenn in einer Eierschachtel unserer Liebenberger Eier noch ein kleines Stück Holzspan liegt, dann kommt ein Teil des Liebenberger Bretts sogar zu ganz neuen Besitzer*innen.
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Alexanderschlacht – Mosaikkopie nach antikem Vorbild

Die beeindruckende farbige Nachbildung des 5x3 Meter großen Mosaiks der Alexanderschlacht nimmt Sie mit auf eine besondere Entdeckungsreise in die Geschichte.

Das Originalmosaik wurde 1831 bei Ausgrabungen in Pompeji in der „Casa del Fauno“ (Haus des Fauns) gefunden, ist eines der bekanntesten römischen Mosaike und circa 2100 Jahre alt. Es zeigt aller Wahrscheinlichkeit nach die Schlacht bei Issos im Jahre 333 v. Chr., zwischen Alexander dem Großen und dem persischen Großkönig Dareios III. Zu sehen ist eine wilde Schlachtszene mit mehreren Reitern, Bewaffneten, Pferden und Streitwagen. An der Spitze seiner Truppen stürmt vom linken Bildrand Alexander der Große heran und versucht den Perser im Kampf zu treffen. Dareios hat den Körper bereits zur Flucht gewandt, lediglich sein Blick richtet sich auf Alexander.

Ein seltener Kunstschatz auf Schloss & Gut Liebenberg

Die Mosaikkopie auf Fayencefliesen stammt vermutlich aus der Keramikmanufaktur Guistiniani bei Neapel. Sie traf, zusammen mit der von König Friedrich Wilhelm IV für die Römischen Bäder in Potsdam bestellten Kopie, etwa Ende 1843 in Liebenberg ein.1 Das Mosaik ist wahrscheinlich ein Geschwisterstück zu der Potsdamer und der englischen Kopie (Chatsworth Castle, Derbyshire).

Zur Erwerbungszeit befand sich Liebenberg im Aufwind und der Gutsherr Karl Adolf Freiherr von und zu Hertefeld (1794-1867) hatte seinen Wohnsitz permanent hierher verlegt. Das Gut prosperierte durch Einführung neuer landwirtschaftlicher Methoden.

Der seltene Kunstschatz wurde wahrscheinlich initial als Fußbodenbedeckung im ehemaligen Archivgebäude verwendet – eine ähnliche Verwendung wie in den Römischen Bädern in Potsdam. Spätestens um 1900 wurde die Alexanderschlacht in den Waffensaal als Wandschmuck verbracht.

In den 1950er Jahren wurde das Wandbild aus dem ehemaligen sogenannten Waffensaal abgenommen2 und war danach bis 2002 im Obergeschoss des Schlosses angebracht.

Zum Tag des offenen Denkmals 2018 wurde dieser seltene Kunstschatz seit Langem erstmals wieder auf Schloss & Gut Liebenberg ausgestellt. Dazu wurde vorab die Mosaikkopie aufgebaut und in Augenschein genommen. Eine Bestandsaufnahme durch den Diplom-Restaurator Cord Brune, Uta Scholz, Restauratorin von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und Dr. Thomas Steller, Leiter Bildung und Museum, zeigte, welche Teile vorhanden und in welchem Zustand sie sind.

Langfristiges Ziel ist die dauerhafte Sicherung, Wiederherstellung und öffentliche Präsentation dieses wertvollen denkmalgeschützten Objekts. Dies geschieht mithilfe des Museumsverbandes Brandenburg und weiterer noch zu gewinnender Projektpartner.

Gern können Sie uns bei diesem Projekt unterstützen. Kontakt: Dr. Thomas Steller, thomas.steller@dkb-stiftung.de

Hier finden Sie weitere Beiträge zur Mosaikkopie der Alexanderschlacht:



Reisen trotz Reisebeschränkungen – Geschichte gefahrlos entdecken

Entdecken Sie in der virtuellen Ausstellung „Kanope, Krokodil und Königsstuhl: Globale Geschichten in brandenburgischen Museen“ Liebenberger und Brandenburger Kunstschätze. Die DKB STIFTUNG ist mit der Liebenberger Alexanderschlacht dabei.

Liebenberger Kunstschatz macht sich auf wissenschaftliche Reise

Die frühere unsachgemäße Behandlung hat Spuren hinterlassen – deshalb machte sich die Alexanderschlacht auf die Reise an die FH Potsdam, um dort wissenschaftlich untersucht und teilweise restauriert zu werden.



1 (Vgl.: Nehls, Harry, Kurzer Nachtrag … in: Landesgeschichtliche Vereinigung Brandenburg e.V. Mitteilungsblatt, 95/1994 Heft 1, S. 9ff. 2 Dokumentensammlung VSQ 17, 19, 21.)
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