Schloss Liebenberg

Die Ursprünge des Schlossgebäudes in Liebenberg liegen wahrscheinlich mehr als 500 Jahre zurück. Im Jahr 1460 verkaufte das Bistum Brandenburg das Ländchen Löwenberg einschließlich Liebenberg an die prominente märkische Familie von Bredow. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges kaufte 1652 der aus Kleve stammende preußische Oberjägermeister Jobst Gerhard von und zu Hertefeld (1594–1659) das Anwesen Liebenberg mit zwei Häusern.

 

Archäologische Befunde lassen darauf schließen, dass schon damals ein festes Gebäude am Platz des Südtraktes stand. Teile von dessen Kellergewölbe stammen somit möglicherweise noch aus der Bredow-Zeit. Zwischen 1743 und 1747 wurde das erste eingeschossige Herrenhaus gebaut. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege 1815 führte Karl Adolf Freiherr von und zu Hertefeld (1794–1867) das Anwesen zu neuer Blüte.

 

Er errichtete an Stelle des ersten Baues 1833/1834 ein größeres Herrenhaus. Er blieb kinderlos und vererbte die Liebenberger Besitzungen seiner Großnichte, die mit dem ostpreußischen Grafen Philipp Conrad zu Eulenburg (1820–1889) verheiratet war. Dieser erweiterte um 1875 das Herrenhaus um einen Saalflügel mit Treppenturm und parkseitiger Terrasse. Diese Erweiterung verlieh dem Gebäudekomplex erstmals einen Schlosscharakter. Sein Sohn Philipp (1847–1921), enger Freund und Berater von Kaiser Wilhelm II., ergänzte die Schlossanlage um zahlreiche repräsentative Bauten in historisierendem Stil. Es entstand unter anderem eine Kapelle in Verlängerung des Saalflügels und ein zur Kirche hin abzweigender Hofriegel.

Mit der Verlegung der ehemals schlossnahen Chaussee in ihren heutigen Verlauf wurde eine parkähnliche und repräsentative Zufahrt mit kleinen Jägerhäusern geschaffen sowie das Schlosshoftor errichtet, auf dessen Pfeilern zwei Löwen thronten. Vermutlich durch Brandstiftung wurde 1945 der Hofriegel zerstört und erst 2004 wiedererrichtet. Der T-förmige Schlossriegel blieb vom Feuer verschont, wurde aber ab 1945 nach der Flucht und der Enteignung der Fürstenfamilie geplündert. 1946 wurde Liebenberg zum SED-Schulgut. Der Schlossriegel wurde während der DDR-Zeit vielfältig genutzt, verlor aber allmählich das historische Aussehen durch zeittypische Modernisierungen.

 

Nach 1989 wurden Schloss und Gut mehrfach verpachtet, bis es 2005 die DKB STIFTUNG für gesellschaftliches Engagement kaufte. Sie hat hier ihren Sitz und pflegt Schloss & Gut Liebenberg nach den Grundsätzen des Denkmalschutzes.

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